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50 Jahre Max-Planck-Institut für Radioastronomie

Ein halbes Jahrhundert ist es her, dass aus der Universität Bonn heraus das Max-Planck-Institut für Radioastronomie gegründet wurde. Die Gründung in Bonn war eng mit dem Bau des Radioteleskops mit 100 Metern Durchmesser in Effelsberg bei Bad Münstereifel verbunden.

50 Jahre Max-Planck-Institut für Radioastronomie

Das 100-m-Radioteleskop Effelsberg vom Besucherpavillon aus gesehen. Foto: Norbert Junkes.

In Verbindung mit der Entscheidung, ein 100-m-Radioteleskop zu bauen, hat die Max-Planck-Gesellschaft im Jahr 1966 ein neues Institut gegründet. Nachdem ein geeigneter Standort ausgewählt wurde, wurde Prof. Otto Hachenberg von der Universität Bonn zum Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie bestimmt, das seinen Betrieb im September 1966 aufnahm. Das Institut erwuchs aus der Keimzelle der Astronomischen Institute der Universität Bonn zu einem der führenden radioastronomischen Institute der Welt.

Ein Antrag zum Aufbau eines großen Radioteleskops von 100 m Durchmesser in Deutschland wurde in den 1960er Jahren an die Volkswagenstiftung gerichtet. Der Antrag war erfolgreich, allerdings unter der Bedingung, dass die Stiftung den Bau des Teleskops finanzieren würde, während die Betriebskosten des Teleskops über eine andere Organisation getragen werden sollten. Dazu erfolgte über die Max-Planck-Gesellschaft (MPG), die bereits eine Reihe von Instituten für Grundlagenforschung in Deutschland betrieb, die Gründung eines neuen Instituts, des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie (MPIfR), zum Betrieb des 100m-Radioteleskops.

Zunächst musste ein geeigneter Standort für das neue Radioteleskop gefunden werden. Ein Bachtal genau an der Grenze der beiden Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz in der Nähe von Effelsberg (Bad Münstereifel) erfüllte alle wichtigen Bedingungen. Das 100-m-Radioteleskop  wurde zwischen 1967 und 1971 gebaut und ist seit 1972 in vollem Messbetrieb. Seitdem wurden nahezu alle Beobachtungsmethoden der Radioastronomie am Teleskop eingerichtet.

Nach der Gründung des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie im Jahr 1966 wurden Büroräume und Labors zunächst in unterschiedlichen Gebäuden im Bonner Stadtteil Poppelsdorf angemietet. Im Jahr 1973 wurde ein Neubau in Bonn-Endenich fertiggestellt, in dem sowohl das MPIfR als auch die Astronomischen Institute der Universität Bonn (später: Argelander-Institut für Astronomie, AIfA) angesiedelt wurden. Der Gebäudekomplex wurde in den Jahren 1983 und 2003 jeweils wesentlich erweitert.

Zur Zeit gibt es drei verschiedene Forschungsabteilungen im MPIfR: Radioastronomische Fundamentalphysik (unter der Leitung von Prof. Michael Kramer), Millimeter- und Submillimeter-Astronomie (Prof. Karl M. Menten) sowie Radioastronomie/VLBI (Prof. J. Anton Zensus). Sie werden ergänzt durch eine Reihe von technischen Abteilungen, zur Digitalen Signalverarbeitung, Elektronik, Infrarottechnologie, Submillimeter-Technologie und VLBI-Technologie.
Das 100-m-Radioteleskop bleibt nach wie vor “Arbeitspferd” des Instituts. Das Radioteleskop Effelsberg ist 2016 seit 45 Jahren im Messbetrieb und das nach wie vor sehr erfolgreich.

Aus den Beobachtungen mit dem Teleskop sind mehr als 1000 wissenschaftliche Veröffentlichungen hervorgegangen und mehrere Generationen von Radioastronomen haben damit gearbeitet. Hunderte von jungen Studenten haben ihren Doktortitel auf der Basis von Forschungsarbeiten mit dem Teleskop erhalten. Seit dem Jahr 2002 gibt es eine Doktorandenschule am Institut, die  “International Max Planck Research School” (IMPRS) für Astronomie und Astrophysik, die in Zusammenarbeit mit den beiden Universitäten in Bonn und Köln betrieben wird.

Das Radioteleskop Effelsberg wurde stetig weiterentwickelt, es befindet sich in einem exzellenten Zustand und wird auch in Zukunft als wichtiges Forschungsinstrument eingesetzt werden, das den Weg bereitet für die Radioastronomie der Zukunft.


Weitere Informationen:

Max-Planck-Institut für Radioastronomie (MPIfR)
http://www.mpifr-bonn.mpg.de

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