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Blog der Universität Bonn

27.07.2016

Schau mal, wo der Kümmel blüht

Schau mal, wo der Kümmel blüht

In voller Blüte befinden sich derzeit auf den Versuchsflächen des Uni-Campus Klein-Altendorf der Kümmel. Wissenschaftler der Universität Bonn und des Zoologischen Forschungsmuseums Alexander Koenig freuen sich zwar auch an der Blütenpracht, schauen aber genauer hin: Sie untersuchen im Rahmen einer bundesweiten Studie das rege Kommen und Gehen an den Blütenständen des Kümmels.

Der Kümmel ist die Arzneipflanze des Jahre 2016. Er ist eines der ältesten Gewürze der Welt. Die kleinen Körner verfeinern nicht nur Gerichte und machen sie bekömmlicher, er ist auch als Arznei hilfreich, etwa bei Kopfschmerzen, Bluthochdruck, Zahnschmerzen und Husten. Neben seinen gesundheitlichen Aspekten punkten der Kümmel und sein Umfeld mit einem hohen Beitrag zur Biodiversität. Trotz dieser Bedeutung ist das Ökosystem rund um die Bestäubung dieser und anderer Arzneipflanzen praktisch noch nicht erforscht.

Blühendes KümmelfeldDas soll sich nun ändern: "Unsere Kümmelbestände dienen derzeit dem Museum Koenig für die blütenökologischen Untersuchungen im Rahmen des bundesweiten Forschungsvorhabens German Barcoding of Life II", berichtet Gartenbau-Ingenieurin Hanna Blum die am Campus Klein-Altendorf in der Arbeitsgruppe Arznei- und Gewürzpflanzen tätig ist. Das Institut für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz (INRES) der Landwirtschaftlichen Fakultät startet in diesen Tagen das Fangen und anschließende DNA-Barcoding der blütenbesuchenden Bestäuberinsekten auf der Kümmelblüte.

Dies geschieht unter der wissenschaftlichen Leitung von Nina Schwarz, die am Lehrstuhl für Agrar- und Produktionsökologie des INRES tätig ist. Sie erklärt auch den Grund der Untersuchungen: "Nur was ich kenne, kann ich auch schützen." Die Einzelheiten der die Bestäubung ausmachenden Ökosysteme sind bei den Arzneipflanzen noch praktisch unbekannt. Darum sollen nun bundesweit Bestäuber erfasst werden. Die Wissenschaftler verbringen dazu viel Zeit in den blühenden Feldern und schauen genau hin, wer dort so ein und aus geht.

Mit Überraschungen ist dabei durchaus zu rechnen. Hanna Blum sagt: "Nicht nur Bienen sind dort unterwegs, auch Schwebfliegen und andere Fliegenarten bedienen sich an den Pollen und bestäuben dabei die Planzen." Die Wissenschaftler untersuchen dazu die Insekten, die sie im Feld vorfinden und ganz klassisch mit dem Kescher einsammeln. Im Labor folgt die Analyse der aufgenommenen Pollen und das "Barcoding", die standardisierte DNA-Analyse.

Neben dem Kümmeln stehen am Campus Klein-Altendorf derzeit auch Fenchel und Sonnenhut in voller Blüte. Nicht nur deshalb lohnt sich ein Besuch auf der Lehr- und Versuchsstation zwischen Meckenheim und Rheinbach, das sich zu einem eindrucksvollen Zentrum der landwirtschaftlichen Forschung entwickelt hat.




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21.07.2016

50 Jahre Max-Planck-Institut für Radioastronomie

50 Jahre Max-Planck-Institut für Radioastronomie

Ein halbes Jahrhundert ist es her, dass aus der Universität Bonn heraus das Max-Planck-Institut für Radioastronomie gegründet wurde. Die Gründung in Bonn war eng mit dem Bau des Radioteleskops mit 100 Metern Durchmesser in Effelsberg bei Bad Münstereifel verbunden.

In Verbindung mit der Entscheidung, ein 100-m-Radioteleskop zu bauen, hat die Max-Planck-Gesellschaft im Jahr 1966 ein neues Institut gegründet. Nachdem ein geeigneter Standort ausgewählt wurde, wurde Prof. Otto Hachenberg von der Universität Bonn zum Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie bestimmt, das seinen Betrieb im September 1966 aufnahm. Das Institut erwuchs aus der Keimzelle der Astronomischen Institute der Universität Bonn zu einem der führenden radioastronomischen Institute der Welt.

Ein Antrag zum Aufbau eines großen Radioteleskops von 100 m Durchmesser in Deutschland wurde in den 1960er Jahren an die Volkswagenstiftung gerichtet. Der Antrag war erfolgreich, allerdings unter der Bedingung, dass die Stiftung den Bau des Teleskops finanzieren würde, während die Betriebskosten des Teleskops über eine andere Organisation getragen werden sollten. Dazu erfolgte über die Max-Planck-Gesellschaft (MPG), die bereits eine Reihe von Instituten für Grundlagenforschung in Deutschland betrieb, die Gründung eines neuen Instituts, des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie (MPIfR), zum Betrieb des 100m-Radioteleskops.

Zunächst musste ein geeigneter Standort für das neue Radioteleskop gefunden werden. Ein Bachtal genau an der Grenze der beiden Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz in der Nähe von Effelsberg (Bad Münstereifel) erfüllte alle wichtigen Bedingungen. Das 100-m-Radioteleskop  wurde zwischen 1967 und 1971 gebaut und ist seit 1972 in vollem Messbetrieb. Seitdem wurden nahezu alle Beobachtungsmethoden der Radioastronomie am Teleskop eingerichtet.

Nach der Gründung des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie im Jahr 1966 wurden Büroräume und Labors zunächst in unterschiedlichen Gebäuden im Bonner Stadtteil Poppelsdorf angemietet. Im Jahr 1973 wurde ein Neubau in Bonn-Endenich fertiggestellt, in dem sowohl das MPIfR als auch die Astronomischen Institute der Universität Bonn (später: Argelander-Institut für Astronomie, AIfA) angesiedelt wurden. Der Gebäudekomplex wurde in den Jahren 1983 und 2003 jeweils wesentlich erweitert.

Zur Zeit gibt es drei verschiedene Forschungsabteilungen im MPIfR: Radioastronomische Fundamentalphysik (unter der Leitung von Prof. Michael Kramer), Millimeter- und Submillimeter-Astronomie (Prof. Karl M. Menten) sowie Radioastronomie/VLBI (Prof. J. Anton Zensus). Sie werden ergänzt durch eine Reihe von technischen Abteilungen, zur Digitalen Signalverarbeitung, Elektronik, Infrarottechnologie, Submillimeter-Technologie und VLBI-Technologie.
Das 100-m-Radioteleskop bleibt nach wie vor “Arbeitspferd” des Instituts. Das Radioteleskop Effelsberg ist 2016 seit 45 Jahren im Messbetrieb und das nach wie vor sehr erfolgreich.

Aus den Beobachtungen mit dem Teleskop sind mehr als 1000 wissenschaftliche Veröffentlichungen hervorgegangen und mehrere Generationen von Radioastronomen haben damit gearbeitet. Hunderte von jungen Studenten haben ihren Doktortitel auf der Basis von Forschungsarbeiten mit dem Teleskop erhalten. Seit dem Jahr 2002 gibt es eine Doktorandenschule am Institut, die  “International Max Planck Research School” (IMPRS) für Astronomie und Astrophysik, die in Zusammenarbeit mit den beiden Universitäten in Bonn und Köln betrieben wird.

Das Radioteleskop Effelsberg wurde stetig weiterentwickelt, es befindet sich in einem exzellenten Zustand und wird auch in Zukunft als wichtiges Forschungsinstrument eingesetzt werden, das den Weg bereitet für die Radioastronomie der Zukunft.


Weitere Informationen:

Max-Planck-Institut für Radioastronomie (MPIfR)
http://www.mpifr-bonn.mpg.de

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20.07.2016

Wie entscheiden wir - und warum? Probanden gesucht!

Wie entscheiden wir - und warum? Probanden gesucht!

Im BonnEconLab der Universität Bonn wird seit über 30 Jahren der Frage nachgegangen, was menschliches Verhalten und Entscheidungen beeinflusst. Für bevorstehende Studien sucht das Labor jetzt neue Probanden. Interessierte Studierende aus der Bonner Region und Externe können sich online unverbindlich registrieren und erhalten danach Einladungen zu konkreten Terminen per E-Mail.

Gut abgeschirmt und ungestört vom studentischen Treiben findet man im zweiten Untergeschoss des Juridicums das Laboratorium für experimentelle Wirtschaftsforschung, kurz BonnEconLab. Hier sitzen in einzelnen Kabinen 24 Versuchspersonen und entscheiden am Computer über ihren Einsatz in einem simulierten Markt. Ein emsiges Klicken der Mäuse und das Tippen auf den Tastaturen ist zu hören. Konzentration ist wichtig, denn mit guten Entscheidungen und etwas Glück können die – meist studentischen – Teilnehmer ihr Portemonnaie ganz real auffüllen.

Was kann man sich unter einem Experiment vorstellen?

„Wir testen, was die Entscheidungen der Menschen beeinflusst“ sagt Laborleiter Dr. Holger Gerhardt. Die Grundidee der experimentellen Wirtschaftsforschung ist einfach: Versuchspersonen müssen am Computer Entscheidungen treffen, etwa über den Kauf oder Verkauf einer Aktie, deren Wert sich in Abhängigkeit von den Entscheidungen aller Mitwirkenden verändert. Ihren Gewinn bekommen sie später in harter Währung ausgezahlt. Die genaue Prozedur und die Aufgabe werden den Teilnehmern vor Beginn der Studie im Detail erläutert.

Innovative Forschung mit Tradition und Erfolg

Das BonnEconLab wurde 1984 gegründet und ist damit die älteste Einrichtung ihrer Art in Europa. Der Gründer, Nobelpreisträger Professor Reinhard Selten, baute das BonnEconLab auf und war damit einer der Wegbereiter der experimentellen Wirtschaftsforschung. Zur Auszeichnung mit dem Nobelpreis führten theoretische Ansätze, die ihm während des Nachdenkens über die Ergebnisse eines Experiments einfielen. Bis heute zählt das BonnEconLab zu den Topadressen für Experimente in der Ökonomik. Seit 2004 ist Professor Armin Falk, einer der renommiertesten Experimentalökonomen, Direktor des Labors.

Das BonnEconLab ist immer gut gebucht bei den Bonner Wissenschaftlern. Sie nutzen verstärkt die Ergebnisse der Experimente, um Theorien zu überprüfen und neue zu entwickeln. Denn etwaige Diskrepanzen zwischen theoretisch vorhergesagtem und tatsächlichem Verhalten liefern wichtige Hinweise darauf, in welche Richtung Theorien weiterentwickelt werden müssen.

Besonderheiten ökonomischer Experimente

Bei den Experimenten im BonnEconLab gelten zwei eiserne Regeln für die Wissenschaftler, deren Einhaltung streng überwacht wird: Erstens sollen die zu treffenden Entscheidungen mit realen Anreizen einhergehen. Diese Regel führt dazu, dass man bei allen Experimenten im Bonner Labor Geld verdienen kann. Wie hoch genau die Auszahlungen ausfallen, hängt dabei meist auch von den Entscheidungen der teilnehmenden Probandinnen und Probanden ab. Zweitens müssen alle von den Wissenschaftlern an die Probanden gegebenen Informationen der Wahrheit entsprechen. Es ist nicht erlaubt, die Teilnehmenden z. B. über die Auszahlungshöhe zu täuschen! Nur wenn diese beiden Grundregeln eingehalten werden, können die Ergebnisse später in ökonomischen Fachzeitschriften veröffentlicht werden.

Labor 2.0

Über 30.000 Versuchspersonen haben in den letzten drei Jahrzehnten im BonnEconLab an Studien teilgenommen. Auch wenn die meisten Experimente im Untergeschoss des Juridicums stattfinden, geht das BonnEconLab mit der Zeit: An einigen Studien kann man auch per Smartphone, Tablet oder Computer online teilnehmen. In jedem Fall gelten die Standards des BonnEconLab. Für Experimente mit einer großen Anzahl von Teilnehmern kann ein mobiles Labor in externen Räumen aufgebaut werden. Das nächste Experiment dieser Art ist für den September 2016 geplant, und für dieses werden noch Probanden gesucht.

Mitmachen!

Auch Sie können die Forschung unterstützen. Für die Teilnahme gibt es immer eine Aufwandsentschädigung. Diese setzt sich meist zusammen aus einem festen Betrag für die Teilnahme plus einem sich aus den Entscheidungen ergebenden Betrag. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Lediglich ein gutes Verständnis der deutschen Sprache wird vorausgesetzt. Die Datenerhebung und -auswertung erfolgt grundsätzlich anonym.

Das BonnEconLab freut sich über möglichst viele neue Versuchspersonen! Interessierte können sich unter www.bonneconlab.uni-bonn.de informieren und unter https://experimente.bonneconlab.uni-bonn.de registrieren.

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05.07.2016

Gleich zwei Auszeichnungen für Martin Höller

Gleich zwei Auszeichnungen für Martin Höller

Nachdem Martin Höller aus Much kürzlich für seine Masterarbeit zum Thema „Bedeutung der Qualität und Aufbereitung von Gras als Ersatz für Zellstoff“ an der Universität Bonn mit dem Wilhelm-Rimpau-Preis der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) ausgezeichnet wurde, erhielt er nun für seine Abschlussarbeit auch noch den Theodor Brinkmann-Nachwuchspreis.

Theodor Brinkmann (1877-1951) zählte zu den bedeutendsten Forschern und Lehrern der Agrarökonomie an der Landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Bonn. Die nach ihm benannte Theodor-Brinkmann-Stiftung e.V. verleiht den mit 500 Euro dotierten Nachwuchspreis. Der Dekan Prof. Dr. Peter Stehle und Prof. Dr. Ernst Berg übergaben den Preis an Martin Höller.

Der zweifache Preisträger ist selber Landwirt und hat sein Agrarstudium mit dem Master in Nutzpflanzenwissenschaften an der Universität Bonn abgeschlossen. Zurzeit ist er Doktorand zum Thema Nachwachsende Rohstoffe am Campus Klein-Altendorf der Universität Bonn. Seine Masterarbeit befasst sich mit der Fragestellung, ob man Papier aus Gras beziehungsweise Heu herstellen kann. Die Mengen an Altpapier als Hauptrohstoff für die Herstellung von Kartons und Pappen gehen zurück. Somit müssen sich die Produzenten nach alternativen Rohstoffen umsehen, um den durch den wachsenden Onlinehandel ansteigenden Bedarf zu decken.

Heu bietet sich als Rohstoff für Papier an, weil es deutlich weniger Lignin als Holz oder auch Stroh aufweist und damit nicht chemisch aufgeschlossen werden muss. Gras ist darüber hinaus regional verfügbar und erfordert nur kurze Transportwege. Ergebnis ist, dass für eine mittelständische Papierfabrik mit rund zehn Prozent Heuanteil im Papier genügend Mengen in der geforderten Qualität, regional und nachhaltig neben der Nutzung als Futter zur Verfügung stehen. Die Prüfer wie auch die Jury haben die Arbeit mit sehr gut bewertet und stellen heraus, dass auf Grund dieser ungewöhnlichen interdisziplinären Arbeit beispielsweise die Errichtung einer vollautomatischen Pilotanlage geplant wird und die Arbeit insgesamt Grundlage eines neuen Forschungsschwerpunktes am Campus Klein-Altendorf der Landwirtschaftlichen Fakultät in Bonn geworden ist.

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30.06.2016

Ein Problem weniger in Dimension 24

Ein Problem weniger in Dimension 24

Danylo Radchenko vom Hausdorff Zentrum für Mathematik der Universität Bonn war Teil einer internationalen Arbeitsgruppe, der es kürzlich gelang, das Kugelpackungsproblem in Dimension 24 zu lösen. Hier erklärt er, wie er Teil dieses spannenden Forschungsprojektes wurde, was der Schlüssel zur Lösung des Problems war, und wie das Leben eines Doktoranden am Max-Planck-Institut für Mathematik in Bonn so ist. Das Interview führte Dr. Astrid Slizewski.

Sie sind Co-Autor eines Artikels über das Kugelpackungsproblem in Dimension 24. Was ist das Kugelpackungsproblem eigentlich?

Dieses Problem geht auf Johannes Kepler zurück, der 1611 die Frage aufwarf, wie man Kanonenkugeln so anordnen kann, dass sie am dichtesten zusammengepackt sind und sich so auch am besten transportieren lassen. Er hat die Antwort gefunden, konnte sie aber nicht beweisen. Daher heißt das Ganze auch „Keplersche Vermutung“. Physiker arbeiten seitdem damit. Aber für Mathematiker reicht es nicht, etwas zu vermuten, man muss logisch stringent herleiten können, warum es stimmt. Die Lösung ist eigentlich ziemlich intuitiv, fast jeder findet die richtige Anordnung, wenn man ihm einen Haufen Bälle und etwas Zeit gibt. Aber mathematisch zu beweisen, warum das funktioniert, ist hoch komplex. Selbst für den ganz normalen dreidimensionalen Raum wurde die Lösung daher auch erst 1998 gefunden.

 

Und wie kommen Sie jetzt in die 24ste Dimension…?

Wir hatten es nicht wirklich darauf abgesehen, das Problem in einer bestimmten Dimension zu lösen. Aber durch die Arbeiten von Cohn und Elkies war schon seit einiger Zeit bekannt, dass das Kugelpackungsproblem in den Dimensionen acht und 24 ziemlich speziell ist, und dass sich die Lösung hier durch bestimmte, mysteriöse Funktionen finden lassen könnte. Daher waren wir auf diese Dimensionen und die Funktionen doch recht fokussiert. 

 

Wie haben Sie das Problem gelöst?

Wir arbeiten schon seit Jahren daran, mal mehr, mal weniger intensiv. Insgesamt waren wir eine Gruppe von drei Leuten, die dazu im regen Austausch standen: Maryna Viazovska, Andrii Bondarenko und ich. Wir machten sehr viele Berechnungen dazu, aber irgendwie erzielten wir nicht die Fortschritte, auf die wir gehofft hatten. Dann kam Maryna letztes Jahr plötzlich die brillante Idee, nicht die Funktionen zu konstruieren, die man eigentlich für das Kugelpackungsproblem benötigt, sondern andere aus der Theorie der Modulformen. Sie entdeckte dabei, dass es eine ganz direkte Verbindung zwischen diesen beiden ganz verschiedenen Feldern der Mathematik gibt. Das war ganz klar der Durchbruch. Am Anfang war ich skeptisch und dachte, das kann nicht stimmen. Aber dann sah ich sehr schnell, dass das die Lösung sein würde. Trotzdem waren noch gut anderthalb Jahre harter Arbeit nötig, bis wir das Problem schließlich für Dimension acht lösen konnten. Ich habe Maryna bei einigen Kleinigkeiten und mit den Computerberechnungen geholfen, aber die Lösung ist ihr Verdienst.

 

Wie ging es dann weiter?

Nachdem Maryna ihren Artikel über das Kugelpackungsproblem in Dimension acht eingereicht hatte, rief sie mich ein paar Tage später an und fragte, ob wir uns jetzt zusammen mit Henry Cohn, Abhinav Kumar und Stephen D. Miller an die Dimension 24 machen könnten, die technisch gesehen viel schwieriger zu lösen ist, als die achte. Die drei hatten unabhängig von uns auch zu diesem Problem geforscht. Ich war natürlich sofort dabei. Wir haben das Problem dann in knapp einer Woche extrem intensiver Arbeit gelöst. Wir haben jede Stunde zehn E-Mails dazu ausgetauscht. Wir waren sehr in Eile, weil auch andere das Problem für Dimension 24 nun hätten lösen können, nachdem wir veröffentlicht hatten, wie es in Dimension acht funktioniert.

 

Radchenko MPI-Terrasse

Danylo Radchenko auf der Terrasse des Max-Planck-Instituts für Mathematik mit Blick auf den Münsterplatz. (c) Foto: Astrid Slizewski

Ist das nur eine rein theoretische Frage oder hat es auch einen praktischen Nutzen, wenn man etwas über Kugeln in so hohen Dimensionen weißt?

Das Problem hat unter anderem Bezüge zur Kodierungstheorie und zur Kombinatorik. Wenn wir das Kugelpackungsproblem lösen, sorgen wir auch für Fortschritte auf diesen Gebieten. Eine praktische Anwendung, die mit dem Kugelpackungsproblem in Dimension 24 zusammenhängt, ist zum Beispiel der sogenannte binäre Golay Code. Den hat die NASA unter anderem bei der Voyager Mission verwendet, um zu überprüfen, ob übermittelte Daten trotz des Hintergrundrauschens im All korrekt ankommen.

Ich denke aber, die wichtigste Leistung der Arbeit ist nicht die Lösung des Problems selber, sondern dass wir zeigen konnten, dass es hier eine Verbindung zu den Modulformen gibt. Das könnte ganz neue Entwicklungen in der Forschung anstoßen. Das ist wahnsinnig spannend und wir versuchen gerade besser zu verstehen, was es bedeutet.

 

Ist das Kugelpackungsproblem auch Teil Ihrer Doktorarbeit?

Nein, da mache ich etwas über Funktionalgleichungen für Polylogarithmen. Das war etwas stressig, weil ich meine Promotion eigentlich gerade abschließen und einreichen wollte, als die heiße Phase der Arbeit an dem Kugelpackungsproblem begann. Ich habe dann gedacht, okay, die Doktorarbeit kann erst mal warten. Aber jetzt habe ich sie endlich eingereicht und werde sie bald verteidigen.

 

Sie stammen ursprünglich aus der Ukraine. Wie sind Sie nach Bonn gekommen?

Maryna lud mich als Gast an das Max-Planck-Institut in Bonn ein, als sie selbst noch Doktorandin hier war und ich Bachelor-Student. Damals habe ich auch Professor Don Zagier kennengelernt, der jetzt mein Doktorvater hier ist. Ich war sofort von der Atmosphäre begeistert und wollte gerne zurückkommen. Es fällt mir schwer, Worte dafür zu finden, wie schön es in Bonn wirklich ist. Hier passiert einfach so viel in der Mathematik. Man hat tolle Kollegen, mit denen man sich austauschen kann, es gibt immer interessante Vorträge, und Mathematiker aus aller Welt kommen für Gastprogramme an das Hausdorff Zentrum. Das ist sehr inspirierend. Die Stimmung in Bonn hat sicherlich sehr zum Gelingen meiner Arbeit beigetragen.

 

 

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29.06.2016

Bonner Landtechnik präsentiert sich beim Bundespräsidenten

Bonner Landtechnik präsentiert sich beim Bundespräsidenten

Aus Anlass des 25-jährigen Bestehens der Deutschen Umweltstiftung fand im Park des Schloss Bellevue in Berlin eine "Woche der Umwelt" statt. Das Institut für Landtechnik der Universität Bonn stellte dort mit seinem Industriepartner der Firma PREMOSYS ein Sensorsystem zur Unkrautbekämpfung mit Bioherbiziden aus.

Das Projekt wurde durch die Deutschen Umweltstiftung gefördert und unter 600 vorgeschlagenen Projekten von einer durch das Bundespräsidialamt berufenen Jury zur Präsentation am Sitz des Bundespräsidenten ausgewählt.

Der Sensor basiert auf dem TrueColour-Konzept und eignet sich insbesondere zur schnellen Erkennung von Unkräutern und nachfolgenden Applikation von Bioherbiziden im Online-Verfahren. Die Firma PREMOSYS hat die Hardware für den industriellen Einsatz entwickelt und mit dem Institut für Landtechnik die Erweiterung des Sensorbetriebes für den Außeneinsatz im Rahmen des DBU-Projektes fortgeführt.

Ergänzend erstellte das Institut für Landtechnik eine Datenbank für Untergrundreflektionen, die die Trennschärfe des Verfahrens verbessert. Das Gesamtsystem wurde als Versuchsträger aufgebaut, ist jedoch derzeit wegen seines schmalen Abtastbereiches von 10 Zentimetern für eine großflächige Feldanwendung noch nicht geeignet. Im Rahmen eines Anschlussprojektes soll der Scannbereich erweitert werden.

Prof. Dr. Schulze Lammers (2.v.l.) mit Projektpartnern bei der Präsentation in Berlin.

Bild links: Prof. Dr. Schulze Lammers (2.v.l.) mit Projektpartnern bei der Präsentation in Berlin. Fotos: (C) PREMOSYS

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29.06.2016

Die nächste Generation der Satellitentechnologie

Die nächste Generation der Satellitentechnologie

Die moderne Fernerkundung ist heute nicht mehr wegzudenken. Satelliten liefern hoch aufgelöste Darstellungen der Erdoberfläche und damit auch Abbilder von den Aktivitäten des Menschen auf unserem Planeten nahezu in Echtzeit. Jetzt trafen sich über 200 Fachleute auf dem Gebiet der Fernerkundung in Bonn. Unter ihnen war auch Prof. Dr. Reinhold Ewald, Astronaut der Europäischen Weltraumorganisation ESA.

Bonn ist eine der führenden Regionen bei der Entwicklung und Anwendung raumbezogener Informationstechnologie und wird diese Stärke weiter ausbauen hin zu einem Zentrum für Technologie, Wissenschaft und Nachhaltigkeit. Bei der Tagung der European Association for Remote Sensing Laboratories (EARSeL) im Juni 2016 kam ein breites Themenspektrum rund um die satellitengestützte Erdbeobachtung und Fernerkundung zur Sprache.

Zu den zentralen Themen zählten etwa der Einsatz von Fernerkundung in Entwicklungsländern, im Katastrophenmanagement und in der Friedens- und Konfliktforschung. Weitere Themen sind unter anderem der Einsatz von Drohnen (UAV), Open Data sowie Anwendungen in der Stadt. Die Teilnehmer von Universitäten, Raumfahrtagenturen und Satellitenprovidern kommen vorrangig aus Europa, aber auch den USA, Afrika, Indien und China.

Das 36. EARSeL-Symposium wurde in Zusammenarbeit mit dem Geographischen Institut und dem Zentrum für Fernerkundung der Landoberfläche (ZfL) der Universität Bonn unter der Leitung der Professoren Gunter Menz und Klaus Greve organisiert. Eröffnet wurde das Symposium vom Rektor der Universität Bonn, Prof. Dr. Michael Hoch, in dessen Rede bereits das grundlegende Ziel der Veranstaltung deutlich wurde: die internationale Spitzenforschung im Bereich Fernerkundung und Umweltmonitoring zu vereinen und über das Leitthema der Veranstaltung „Frontiers in Earth Observation“ zu diskutieren.

Acht Keynote Speaker von NASA, ESA, DLR, Forschungszentren in Deutschland und der Schweiz sowie den Universitäten von Hongkong und Maryland bildeten den Rahmen für 25 Fachsitzungen mit 129 Präsentationen und 33 Postern. Besonders gut kamen die "EARSeL Young Scientist Days" an, bei denen sich der wissenschaftliche Nachwuchs in parallelen Workshops und Exkursionen anwendungsnah weiterbilden konnte.

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27.06.2016

Uni-Forscher gewinnen Publikumspreis beim IHK-Ideenmarkt

Uni-Forscher gewinnen Publikumspreis beim IHK-Ideenmarkt

Mit ihrem Projekt „Innovativer Hochleistungsdämmputz aus der Natur“ machen die Agrarforscher um Prof. Dr. Ralf Pude immer wieder Furore: Sie gewannen nun den Publikumspreis beim Ideenmarkt der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg.

Gesucht wurden die innovativsten Start-ups aus der Region. Aus 50 Bewerbern waren 15 Gründer und zehn Ideengeber ausgewählt worden, die sich bei der Hochschule Bonn/Rhein-Sieg in Rheinbach präsentierten. Die Wissenschaftler aus dem Forschungsbereich Nachwachsende Rohstoffe des Instituts für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz (INRES) der Universität Bonn stellten mit einem Bunsenbrenner unter Beweis, wie gut ein Dämmputz aus Riesenchinaschilf-Häckseln Wärme isoliert: Prof. Pude konnte seine Hand problemlos über die Flamme halten, da die dazwischenliegende Schicht aus Schilfputz die Wärme fast völlig schluckte.

„Die Häcksel des Chinaschilfs verfügen über einzigartige Wärmedämmeigenschaften, die sich für unterschiedliche Baumaterialien nutzen lassen“, sagt Prof. Pude. Die ungewöhnliche Pflanze wächst bis zu fünf Zentimeter am Tag und wird bis zu vier Meter hoch. „Sie liefert ein Halbfertigprodukt aus der Natur“, wie Michael Petry aus dem Entwicklungsteam ergänzt.

Für Unirektor Prof. Dr. Michael Hoch ist das Dämmstoffprojekt ein Beispiel für angewandte wirtschaftsnahe Forschung: „Dieses Feld gilt es auszubauen. Herr Pude hat mit seiner Initiative gezeigt, wie aus herausragender Grundlagenforschung Produkte entstehen können, die sich wirtschaftlich verwerten lassen - davon brauchen wir mehr.“

Der Hochleistungsdämmstoff aus Riesenchinaschilf wurde nun auch von der KlimaExpo.NRW, einer neuen Initiative der Landesregierung, aufgegriffen. Nordrhein-Westfalen möchte mit dieser Initiative neue Wege aus dem Klimawandel aufzeigen. Die Forschung zu biobasierten Produkten um Prof. Pude von der Universität Bonn zählt nun zu diesen Positiv-Beispielen.

Informationen:

Ideenmarkt der IHK: http://www.bestofstartups.de

KlimaExpo.NRW: http://www.klimaexpo.nrw

Pressemitteilung zum Hochleistungsdämmputz: https://www.uni-bonn.de/Pressemitteilungen/050-2016

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17.06.2016

Größere Artenvielfalt erhöht Produktivität

Größere Artenvielfalt erhöht Produktivität

Forscher der Universität Göttingen haben in Zusammenarbeit mit Kollegen der Universitäten Zürich, Bonn und Jena an Mikroalgen verschiedene Maße für Biodiversität verwendet und ihren Zusammenhang mit der Veränderung der Biomasseproduktion der Algen getestet.

Sie kommen zu dem Ergebnis, dass die Produktivität mit steigender Diversität für alle Biodiversitätsmaße steigt, wenn alle verwendeten Artenzahlen zusammen betrachtet werden. Wenn die Daten aber in Gruppen nach ihrer Artenzahl getrennt untersucht werden, ergibt sich für die verschiedenen Diversitätsmaße ein anderes Bild.

Bei steigender Biodiversität reagieren Ökosysteme robuster auf Störungen und produzieren mehr Biomasse. Allerdings kann die Biodiversität auf unterschiedliche Arten gemessen werden, was zu unterschiedlichen Ergebnissen führt. „Bei hohen Artenzahlen steigt zunächst die Biomasseproduktion mit höheren Diversitätsmaßen, die die Verwandtschaft der Artengemeinschaften reflektieren. Bei höheren genetischen Diversitäten fanden wir jedoch einen negativen Zusammenhang zur Biomasseproduktion. Ein solcher negativer Biodiversitätseffekt wurde bislang nur selten gefunden beziehungsweise nur theoretisch postuliert“, erläutert Hauptautor Dr. Bastian Steudel von der Universität Göttingen. Der nun gefundene Effekt könnte auf einer Wachstumshemmung durch Inhaltsstoffe der Algen beruhen, die zum Teil ins Wasser abgegeben werden und stärker bei nicht verwandten Algenarten wirken, da sich sonst die Algen selbst hemmen würden.

„Unsere Studie trägt dazu bei, die sehr komplexen Mechanismen, die das Miteinander unterschiedlicher Arten bestimmen, besser zu verstehen“, sagt Dr. Stefan Abrahamczyk vom Nees-Institut für Biodiversität der Pflanzen an der Universität Bonn. „So erfahren wir auch mehr über die überraschend vielfältigen Rollen, die die einzelnen Arten im Ökosystem spielen.“

Publikation: Bastian Steudel et al. Contrasting biodiversity – ecosystem functioning relationships in phylogenetic and functional diversity. New Phytologist. Doi: 10.1111/nph.14054. http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/nph.14054/full

Link zur Pressemitteilung der Universität Göttingen:
http://www.uni-goettingen.de/de/3240.html?cid=5530

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17.06.2016

Martin Höller erhält Wilhelm-Rimpau-Preis

Martin Höller erhält Wilhelm-Rimpau-Preis

Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) hat Martin Höller aus Much mit dem Wilhelm-Rimpau-Preis ausgezeichnet. Er erhielt den mit 1.000 EUR dotierten dritten Preis für seine Masterarbeit zum Thema „Bedeutung der Qualität und Aufbereitung von Gras als Ersatz für Zellstoff“ an der Universität Bonn.

Höller ist selber Landwirt und hat sein Agrarstudium mit dem Master in Nutzpflanzenwissenschaften an der Universität Bonn abgeschlossen. Zurzeit ist er Doktorand zum Thema Nachwachsende Rohstoffe am Campus Klein-Altendorf der Universität Bonn. Seine Masterarbeit befasst sich mit der Fragestellung, ob man Papier aus Gras bzw. Heu herstellen kann. Die Mengen an Altpapier gehen zurück. Es ist jedoch der Hauptrohstoff für die Herstellung von Kartons und Pappen. Somit müssen sich die Produzenten nach alternativen Rohstoffen umsehen, um den durch den wachsenden Onlinehandel ansteigenden Bedarf zu decken.

Gras bzw. Heu bietet sich als Rohstoff für Papier an, weil es deutlich weniger Lignin als Holz oder auch Stroh aufweist und damit nicht chemisch aufgeschlossen werden muss. Gras ist darüber hinaus regional verfügbar und erfordert nur kurze Transportwege. Ergebnis ist, dass für eine mittelständische Papierfabrik mit ca. zehn Prozent Heuanteil im Papier genügend Mengen in der geforderten Qualität, regional und nachhaltig (neben der Nutzung als Futter) zur Verfügung stehen. Die Prüfer wie auch die Jury haben die Arbeit mit sehr gut bewertet und stellen heraus, dass auf Grund dieser ungewöhnlichen interdisziplinären Arbeit beispielsweise die Errichtung einer vollautomatischen Pilotanlage geplant wird und die Arbeit insgesamt Grundlage eines neuen Forschungsschwerpunktes in Bonn geworden ist.

Die Masterarbeit von Martin Höller war im übrigen Teil eines Projektes der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, wurde im Forschungsbereich Nachwachsende Rohstoffe der Landwirtschaftlichen Fakultät erstellt und von Prof. Dr. Ralf Pude betreut. Der Preis ist nach Wilhelm Rimpau, dem „Vater der deutschen Pflanzenzüchtung“ und Gründer der Saatzuchtabteilung der DLG benannt. DLG-Präsident Carl-Albrecht Bartmer und DLG-Ehrenmitglied Prof. Dr. Jürgen Rimpau, ein Ur-Enkel von Wilhelm Rimpau, übergaben die Preise.

Pressemitteilung der DLG:

http://www.dlg.org/aktuell_landwirtschaft.html?detail/2015dlg/1/1/8646


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02.06.2016

Nächster Schritt auf dem Weg zum neuen Herpes-Medikament

Nächster Schritt auf dem Weg zum neuen Herpes-Medikament

Mehr als lästig sind die Lippenbläschen, die durch eine Infektion mit dem weit verbreiteten Herpes-simplex-Virus (HSV) ausgelöst werden. Wer das Virus einmal im Körper trägt, muss auf Dauer mit ihm leben. Bald könnte ein neues Medikament auf dem Markt sein, das einen akuten Herpes-Schub zielgerichtet bekämpfen hilft. Absehbar lassen sich damit auch schwerwiegende Krankheitsbilder wie HSV-Reaktivierungen nach Transplantationen oder lebensbedrohliche Infektionen wie einen Neugeborenenherpes behandeln.

Die Entwicklung des Wirkstoffes begann in den 90er Jahren an der Universität Bonn. In der Virologie des Universitätsklinikums Bonn wurde in Forschungsarbeiten von Prof. Dr. Anna Maria Eis-Hübinger und Prof. Dr. Karl Eduard Schneweis ein Antikörper generiert, der die Vermehrung des Virus in kürzester Zeit zum Erliegen bringt. Die Arbeiten wurden finanziell von der Stiftung für Therapeutische Forschung unterstützt. Aufbauend auf diesen Resultaten erfolgte dann in Zusammenarbeit mit Forschern der Universität Duisburg-Essen und mit Geldern der Deutschen José Carreras Leukämie-Stiftung e.V. der Umbau des Antiköpers zu einem beim Menschen anwendbaren Antikörper.

Nun ist der nächste Schritt auf dem Weg zum Medikament gesichert: Die Heidelberg ImunnoTherapeutics GmbH hat sich die Rechte an dem patentierten Antikörper zur antiviralen Therapie gesichert und bringt nun klinische Studien auf den Weg. Die GmbH ist eine Ausgründung des Deutschen Krebsforschungszentrums und des Universitätsklinikums Heidelberg.

Die Vertragsverhandlungen waren eine Herausforderung: Insgesamt acht Erfinder der Universitäten Bonn und Duisburg-Essen, die an der Entwicklung über eine Zeitspanne von mehr als 20 Jahren beteiligt waren, verschiedene Institute, der Investor sowie die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e.V. mussten auf einen Nenner gebracht werden.

Pressemitteilung der PROvendis GmbH: https://provendis.info/aktuelles/presse/pressemitteilungen/artikelansicht/durchschlagender-erfolg-fuer-die-hochschulforschung-patentierter-antikoerper-gegen-herpes-simplex-v/

Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen:
https://www.uni-due.de/de/campusreport/articles.php?id=9413

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30.05.2016

Stefan Genchev siegt beim Bundeswettbewerb Jugend forscht

Stefan Genchev  siegt beim Bundeswettbewerb Jugend forscht

Im Februar belegte Stefan Genchev vom Galabov-Gymnasium in Sofia, einer deutschen Auslandsschule in Bulgarien, beim Regionalwettbewerb Jugend forscht Bonn/Köln an der Universität Bonn einen ersten Platz. Anschließend qualifizierte er sich beim Landeswettbewerb und gehört nun auch zu den Siegern beim Jugend forscht-Bundeswettbewerb in Paderborn.

Der 17-Jährige zählt nun laut Jugend forscht als Bundessieger im Fachgebiet Mathematik/Informatik zu den besten Nachwuchsforschern Deutschlands. Der Schüler entwickelte ein softwarebasiertes System zur Verwaltung von Zugangsdaten. Seine Software bringt nicht nur Ordnung in das übliche Passwort-Chaos, sondern ermöglicht auch eine sichere Online-Kommunikation etwa mit Banken und Behörden.

Internet: http://www.jugend-forscht.de/presse/pressemitteilungen/archiv/die-jugend-forscht-bundessieger-2016-stehen-fest.html

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18.05.2016

Prof. Dr. Peter Scholze erhält den Akademiepreis

Prof. Dr. Peter Scholze erhält den Akademiepreis

Der mit 50.000 Euro dotierte Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften für herausragende wissenschaftliche Leistungen geht in diesem Jahr an den 28-jährigen Mathematiker Prof. Dr. Peter Scholze vom Hausdorff Zentrum für Mathematik der Universität Bonn.

Prof. Scholze gehört weltweit zu den herausragenden mathematischen Ausnahmetalenten. Sein Arbeitsgebiet liegt an der Schnittstelle der Arithmetischen Algebraischen Geometrie und der Theorie der Automorphen Formen, also Gebieten, die von klassischen Fragen der Geometrie und Funktionentheorie des 19. Jahrhunderts ausgehen.

Der Preisträger wurde 1987 in Dresden geboren. Nach dem Abitur am Heinrich-Hertz-Gymnasium in Berlin absolvierte er sein Mathematikstudium in Bonn in nur fünf Semestern; 2012 wurde er bereits promoviert. Noch im selben Jahr wurde er auf einen der herausgehobenen Hausdorff-Lehrstühle am Mathematischen Institut der Universität Bonn berufen, wo er seitdem tätig ist.

Der Akademiepreis zeichnet herausragende wissenschaftliche Leistungen aller Fachgebiete aus. Mit Peter Scholze wird 2016 zum ersten Mal ein Mathematiker mit diesem höchsten Preis der Akademie geehrt. Die Auszeichnung wird am 11. Juni 2016 auf der Festveranstaltung zum Leibniztag der Akademie verliehen.

Pressemitteilung: http://www.bbaw.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilungen-2016/pm-11-2016

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13.05.2016

Zika-Viren: Optimierte Tests zur sicheren Diagnose

Zika-Viren: Optimierte Tests zur sicheren Diagnose

Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) an der Universität Bonn konnten zeigen, dass nicht alle gebräuchlichen molekularen Nachweisverfahren für Zika-Viren sicher genug sind. Sie entwickelten optimierte Assays und eine Kontrolle für die Quantifizierung von Viren in Blut und Urin.

Eine verlässliche Diagnose von Zika-Viren ist von größter Bedeutung – für Patienten ebenso wie für die weitere Forschung zur Ausbreitung der Erreger. In Mittel- und Südamerika breitet sich das Zika-Virus derzeit aus; mehr als eine Million Menschen haben sich seit Frühjahr 2015 angesteckt. Derzeit erfolgt der Nachweis einer akuten Infektion vor allem über eine Bestimmung des viralen Erbguts in Blut und Urin. Sechs schon vor dem aktuellen Ausbruch entwickelte Tests sind in den Ausbruchsregionen in Mittel- und Südamerika im Einsatz. Das Problem ist ihre Verlässlichkeit.

 „Es ist ja gerade für Schwangere wichtig, dass sie sicher sein können, ob sie Zika-Viren im Blut haben oder nicht“, erklärt Prof. Dr. Felix Drexler, der nun gemeinsam mit Prof. Dr. Christian Drosten und seinem Team an der Universität Bonn die bestehenden Tests unter die Lupe genommen hat. In den vergangenen Monaten hat sich der Verdacht bestätigt, dass eine Infektion mit dem Zika-Virus bei Schwangeren zu Fehlbildungen des Gehirns von Föten führen kann.

Die Bonner Forscher haben zwei neue optimierte PCR-Tests entwickelt. Außerdem stellen sie eine von ihnen entwickelte Kontrolle zur Verfügung, die nicht nur den jeweiligen Test validiert, sondern auch eine Quantifizierung der Virus-RNA im Blut oder Urin ermöglicht. „Wir wollten mit unserer Studie vor allem darauf aufmerksam machen, dass ein negativer PCR-Test nicht unbedingt eine verlässliche Aussage liefert“, erklärt Drexler.

Publikationen:

Corman VM, Rasche A, Baronti C, Aldabbagh S, Cadar D, Reusken CBEM et al.:
Clinical comparison, standardization and optimization of Zika virus molecular detection [Submitted].

Bull World Health Organ E-pub: 19 Apr 2016. Doi: dx.doi.org/10.2471/BLT.16.175950

Pressemitteilung des DZIF: http://www.dzif.de/news_mediathek/news_pressemitteilungen/ansicht/detail/artikel/zika_viren_optimierte_tests_zur_sicheren_diagnose/

Kontakt

Prof. Jan Felix Drexler
DZIF-Schwerpunkt “Neu auftretende Infektionskrankheiten”
Universität Bonn
Tel. 0228/28711697
E-Mail: drexler@virology-bonn.de

Prof. Christian Drosten
DZIF-Schwerpunkt „Neu auftretende Infektionskrankheiten“
Universität Bonn
Tel. 0228/28711055
E-Mail: drosten@virology-bonn.de

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13.05.2016

Lise Meitner-Preis für Professor Ulf-G. Meißner

Lise Meitner-Preis für Professor Ulf-G. Meißner

Prof. Dr. Ulf-G. Meißner vom Helmholtz-Institut für Strahlen- und Kernphysik der Universität Bonn sowie am Forschungszentrum Jülich Direktor am Institut für Kernphysik sowie am Institute for Advanced Simulation erhält den Lise Meitner-Preis 2016 der Europäischen Physikalischen Gesellschaft.

Der Wissenschaftler wird für seine Arbeiten auf dem Gebiet der effektiven Feldtheorie in der Hadronen- und Kernphysik ausgezeichnet. Der alle zwei Jahre verliehene Preis ist mit einer Medaille und  mit 5.000 Euro dotiert. Dies ist die höchste europäische Auszeichnung auf den Gebieten der angewandten, experimentellen und theoretischen Kernphysik. Die Übergabe der Auszeichnung erfolgt im Laufe des Jahres während einer wissenschaftlichen Tagung.

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13.05.2016

Ernährung beeinflusst Stresshormonspiegel bei Kindern

Ernährung beeinflusst Stresshormonspiegel bei Kindern

Eine mineralstoffarme Ernährung durch wenig Obst und Gemüse kann bei Kindern zu einem erhöhten Stresshormonspiegel führen. Grund für die gesteigerte Produktion des Stresshormons Cortisol ist die ernährungsbedingte Säurebelastung.

Dies haben Wissenschaftler der Universitäten Bonn und Gießen herausgefunden. Die Ergebnisse der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Untersuchung  hat das Forscherteam nun in der renommierten Fachzeitschrift „Kidney International“ veröffentlicht.

Die Forscher hatten bereits zuvor beobachtet, dass eine regelmäßig erhöhte Säurebelastung durch die Ernährung nicht nur mit einer verringerten Knochenstabilität, sondern auch mit höheren Blutdruckwerten bei Kindern einhergeht (https://www.uni-bonn.de/Pressemitteilungen/206-2014). Die aktuellen Studienergebnisse zeigen erstmals einen hormonellen Mechanismus auf, über den die Qualität der Ernährung langfristig auf unsere Gesundheit wirkt.

Die Resultate stammen aus der DONALD (Dortmund Nutritional and Anthropometric Longitudinally Designed)-Studie, einer Langzeituntersuchung zur Auswirkung der Ernährung auf Stoffwechsel, Entwicklung und Gesundheit des Menschen. Die Studie wird als Außenstelle der Universität Bonn in Dortmund durchgeführt und gehört zum Institut für Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften (IEL).

Publikation: Jonas Esche, Lijie Shi, Alberto Sánchez-Guijo, Michaela F. Hartmann, Stefan A. Wudy, Thomas Remer: Higher diet-dependent renal acid load associates with higher glucocorticoid secretion and potentially bioactive free glucocorticoids in healthy children; Kidney International; DOI: 10.1016/j.kint.2016.02.033

Link zur Pressemitteilung der Universität Gießen: http://www.uni-giessen.de/ueber-uns/pressestelle/pm/pm70-16

Kontakt:

Prof. Dr. Thomas Remer
Universität Bonn
Außenlabor DONALD-Studie Dortmund
Tel. 0231/79221043
E-Mail: remer@uni-bonn.de

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04.05.2016

Unirektor bei der Verleihung der Humboldt-Professuren

Unirektor bei der Verleihung der Humboldt-Professuren

Bei der Verleihung der Humboldt-Professuren in Berlin überbrachte der Rektor der Universität Bonn, Prof. Dr. Michael Hoch, seine Glückwünsche für die Preisträger.

Neben der Islamwissenschaftlerin Prof. Dr. Judith Pfeiffer von der Universität Oxford, die an der Bonner Alma mater den Schwerpunktforschungsbereich in der Historischen Islamwissenschaft stärken und um die Forschungsgebiete Iran und Zentralasien erweitern wird, erhielten fünf weitere Wissenschaftler die mit bis zu fünf Millionen Euro dotierte Auszeichnung.

Mit  Alexander von Humboldt-Professuren zeichnet die Humboldt-Stiftung jährlich bis zu zehn weltweit führende, im Ausland tätige Forscher aller Disziplinen aus. Neben der herausragenden wissenschaftlichen Qualifikation der Kandidaten sind die Konzepte der Hochschulen entscheidend, die den Forschern und ihren Teams eine dauerhafte Perspektive in Deutschland bieten sollen.

Mehr dazu unter:

https://www.humboldt-foundation.de/web/Pressemitteilung-2016-07.html

https://www.uni-bonn.de/Pressemitteilungen/105-2015

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21.04.2016

Clay Research Award für Bonner Mathematiker

Clay Research Award für Bonner Mathematiker

Geordie Williamson vom Hausdorff Center for Mathematics der Universität Bonn erhält einen renommierten Forschungspreis für seine bahnbrechenden Arbeiten.

Die Auszeichnung wird jedes Jahr vom Clay Mathematics Institute für bedeutende Durchbrüche in der Mathematik vergeben. Das Institut ist eine privat finanzierte Stiftung, die sich der Verbreitung mathematischen Wissens widmet. Die Preisträger wählt ein wissenschaftlicher Beirat. Den Clay Research Award haben bisher einige der berühmtesten Mathematiker der Welt erhalten. Er ist neben seinem hohen Prestige auch mit einer Medaille und Forschungsgeldern verbunden. Geordie Williamson ist nach Hausdorff Chair Peter Scholze nun bereits der zweite Bonner, dem diese Ehre zuteil wird.

Die Kommission würdigt mit dem Preis Williamsons Forschungen zur Darstellungstheorie. Auf diesem Gebiet hatte er in jüngster Zeit gleich zwei wichtige Arbeiten veröffentlicht. Gemeinsam mit einem Kollegen konnte er eine Vermutung des Freiburger Mathematikers Prof. Dr. Wolfgang Soergel beweisen und darüber hinaus noch die vermuteten Grenzwerte einer Formel von Prof. Dr. George Lusztig (MIT) widerlegen.

Geordie Williamson forscht seit 2011 am Max-Planck-Institut für Mathematik und am Hausdorff Center der Universität Bonn. Der 34-Jährige hat in Sidney studiert, in Freiburg promoviert und war zunächst als Research Fellow in Oxford, bevor er nach Bonn kam. „Ich möchte diese Auszeichnung nutzen, um zu einem tiefergehenden Verständnis der Darstellungstheorie und ihrer Verbindung zu anderen Teilgebieten der Mathematik beizutragen“, sagt er.

Internet: http://www.claymath.org/events/news/2016-clay-research-awards

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18.04.2016

Joint-Research-Laboratory in Tokyo eröffnet

Joint-Research-Laboratory in Tokyo eröffnet

Prof. Dr. Florian Grundler, Professor für Molekulare Phytomedizin an der Universität Bonn, ist gerade zurück aus Tokyo, wo er die Tokyo University of Agriculture and Technology (TUAT) besucht hat. Neben Vorträgen und wissenschaftlichen Diskussionen wurde im Rahmen des Besuchs das neue Joint-Research-Laboratory eröffnet. In Bonn gibt es bereits ein Pendant dieser gemeinsamen Forschungseinrichtung.

Wir haben Professor Grundler zur Kooperation mit Tokyo befragt.

Newsblog: Wie ist es zu der Zusammenarbeit gekommen?

Florian Grundler: Zur Zusammenarbeit kam es aufgrund einer Kooperation von Rektor Prof. Dr. Michael  Hoch mit der Waseda Universität in Tokyo. Die TUAT wandte sich ebenfalls an Prof. Hoch, der anschließend die Landwirtschaftliche Fakultät einband. Ich habe mich von Anfang an für die Kooperation interessiert und versucht, den Kontakt aufrecht zu erhalten und zu intensivieren.
 
Welche wissenschaftlichen Fragestellungen wollen Sie gemeinsam bearbeiten?

Grundler: In einem breiten fachlichen Kontext arbeiten wir an der Entwicklung neuer Konzepte zur Bekämpfung von pflanzenparasitären Nematoden, sowie an der Identifizierung von pflanzlichen und mikrobiellen Verbindungen, die die Entstehung von Krebszellen bei Tier und Mensch verhindern sollen.

Was ist Ziel der Kooperation?

Grundler: Ziele der Kooperation sind natürlich insbesondere der fachliche, aber auch der kulturelle Austausch durch Forschungsaufenthalte von Kollegen und Studierenden. So konnte eine meiner Musterstudentinnen sechs Monate in Tokyo verbringen, während ich zurzeit zwei Doktoranden der TUAT hier in Bonn betreue. Darüber hinaus hatten wir mehrmals Besuche von Gruppen von Studenten und Dozenten der TUAT, die die Universität Bonn und die Landwirtschaftliche Fakultät kennenlernen wollten.

Worin besteht der besondere Nutzen dieser bilateralen Zusammenarbeit?

Grundler: Der besondere Nutzen der Kooperation besteht vor allem im Kennenlernen eines jeweils komplett anderen Universitäts- und Forschungssystems. Insbesondere japanische Studierende haben wenig internationale Kontakte und oft Probleme mit Fremdsprachen. Für deutsche Studierende ist natürlich zunächst die japanische Kultur, die Sprache, die Schrift, der persönliche Umgang, aber auch die Herangehensweise an Problemlösungen eine sehr besondere Erfahrung.
 
Was genau findet in den Joint-Research-Laboratories statt?

Grundler: Die  Joint-Laboratories haben zunächst die besondere symbolische Bedeutung, eine langfristige Kooperation aufzubauen und zu erhalten. Zum anderen wollen wir mit der Einrichtung der Labore Verbindung zwischen Forschung an Pflanzen und Tieren bzw. Mensch wagen. Das ist natürlich zunächst durch die Anwendung von Methoden, die in beiden System gleich sind möglich. So arbeiten wir in Bonn schwerpunktmäßig molekularbiologisch, während die Partner an der TUAT ihre Schwerpunkte in der Gewebekultur und der Analytik haben.   

Gruppenfoto

 

Prof. Dr. Florian Grundler und seine Mitarbeiterin Sylvia Schleker (2./3. v.l.) bei der feierlichen Eröffnung des neuen Laboratoriums mit TUAT-Vizepräsidentin Chisato Miyaura. Foto: Prof. Masaki Inada

Das Interview führte Dr. Andreas Archut.

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17.03.2016

Mathematikerinnen erhalten Ada-Lovelace-Preis

Mathematikerinnen erhalten Ada-Lovelace-Preis

Dr. Margrit Klitz wurde für die beste Dissertation und Sonja Mathias für die beste Masterarbeit vom Institut für Numerische Simulation mit dem Ada-Lovelace-Preis ausgezeichnet.

Für das Akademische Jahr 2015 wurde der Preis an Dr. Margrit Klitz für die beste Dissertation mit dem Titel „Numerical Simulation of Droplets with Dynamic Contact Angles“ verliehen. Die Wissenschaftlerin hat ein numerisches Verfahren entwickelt, das eine asymptotische Variante des Modells von Shikhmurzaev in einen Strömungslöser integriert. In ihrer Arbeit ist es Klitz gelungen, ein völlig neues dreidimensionales numerisches Verfahren für die Behandlung von Zweiphasenströmungen mit dynamischer Kontaktlinie zu entwickeln, dieses numerisch zu analysieren und dessen Eigenschaften anhand einer Reihe von Beispielen darzustellen.

Sonja Mathias erhielt den Preis für die beste Masterarbeit. Die herausragende Arbeit mit dem Titel: „A Kernel-based Learning Method for an Efficient Approximation of the High-Dimensional Born-Oppenheimer Potential Energy Hypersurface“ entstand in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer SCAI und beschäftigt sich mit der numerischen Simulation von Materialien und Stoffen auf atomarer Ebene. Es werden Verfahren des maschinellen Lernens zur Approximation der Born-Oppenheimer Fläche, die die Wechselwirkung der Atomen bestimmt, entwickelt.

Der Ada-Lovelace-Preis für Mathematikerinnen wurde 2010 vom Institut für Numerische Simulation der Universität Bonn ins Leben gerufen und wird seither jährlich vergeben. Die Auszeichnung dient der Nachwuchsförderung von Frauen in der Numerik. Namenspatronin des Preises ist die britische Mathematikerin Ada Lovelace (1815 – 1852). Bei der Preisvergabe werden Bachelor- und Masterarbeiten sowie Dissertationen berücksichtigt. Das Preisgeld reicht von 500 Euro für die beste Bachelorarbeit über 1.000 Euro für die beste Masterarbeit und 2.000 Euro für die beste Dissertation. js

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