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Schau mal, wo der Kümmel blüht

In voller Blüte befinden sich derzeit auf den Versuchsflächen des Uni-Campus Klein-Altendorf der Kümmel. Wissenschaftler der Universität Bonn und des Zoologischen Forschungsmuseums Alexander Koenig freuen sich zwar auch an der Blütenpracht, schauen aber genauer hin: Sie untersuchen im Rahmen einer bundesweiten Studie das rege Kommen und Gehen an den Blütenständen des Kümmels.

Schau mal, wo der Kümmel blüht

Kümmelblüte auf dem Campus Klein-Altendorf. Fotos: Nina Schwarz (oben), Hanna Blum

Der Kümmel ist die Arzneipflanze des Jahre 2016. Er ist eines der ältesten Gewürze der Welt. Die kleinen Körner verfeinern nicht nur Gerichte und machen sie bekömmlicher, er ist auch als Arznei hilfreich, etwa bei Kopfschmerzen, Bluthochdruck, Zahnschmerzen und Husten. Neben seinen gesundheitlichen Aspekten punkten der Kümmel und sein Umfeld mit einem hohen Beitrag zur Biodiversität. Trotz dieser Bedeutung ist das Ökosystem rund um die Bestäubung dieser und anderer Arzneipflanzen praktisch noch nicht erforscht.

Blühendes KümmelfeldDas soll sich nun ändern: "Unsere Kümmelbestände dienen derzeit dem Museum Koenig für die blütenökologischen Untersuchungen im Rahmen des bundesweiten Forschungsvorhabens German Barcoding of Life II", berichtet Gartenbau-Ingenieurin Hanna Blum die am Campus Klein-Altendorf in der Arbeitsgruppe Arznei- und Gewürzpflanzen tätig ist. Das Institut für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz (INRES) der Landwirtschaftlichen Fakultät startet in diesen Tagen das Fangen und anschließende DNA-Barcoding der blütenbesuchenden Bestäuberinsekten auf der Kümmelblüte.

Dies geschieht unter der wissenschaftlichen Leitung von Nina Schwarz, die am Lehrstuhl für Agrar- und Produktionsökologie des INRES tätig ist. Sie erklärt auch den Grund der Untersuchungen: "Nur was ich kenne, kann ich auch schützen." Die Einzelheiten der die Bestäubung ausmachenden Ökosysteme sind bei den Arzneipflanzen noch praktisch unbekannt. Darum sollen nun bundesweit Bestäuber erfasst werden. Die Wissenschaftler verbringen dazu viel Zeit in den blühenden Feldern und schauen genau hin, wer dort so ein und aus geht.

Mit Überraschungen ist dabei durchaus zu rechnen. Hanna Blum sagt: "Nicht nur Bienen sind dort unterwegs, auch Schwebfliegen und andere Fliegenarten bedienen sich an den Pollen und bestäuben dabei die Planzen." Die Wissenschaftler untersuchen dazu die Insekten, die sie im Feld vorfinden und ganz klassisch mit dem Kescher einsammeln. Im Labor folgt die Analyse der aufgenommenen Pollen und das "Barcoding", die standardisierte DNA-Analyse.

Neben dem Kümmeln stehen am Campus Klein-Altendorf derzeit auch Fenchel und Sonnenhut in voller Blüte. Nicht nur deshalb lohnt sich ein Besuch auf der Lehr- und Versuchsstation zwischen Meckenheim und Rheinbach, das sich zu einem eindrucksvollen Zentrum der landwirtschaftlichen Forschung entwickelt hat.




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