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Sind Stillquoten wieder rückläufig? - Anzeichen für Trendwende lösen bei Wissenschaftlern Besorgnis aus

Stillen und Muttermilch haben einzigartige Vorteile für die Ernährung und Gesundheit von Kindern. In Deutschland und weltweit wird deshalb das ausschließliche Stillen in den ersten Lebensmonaten und auch weiterhin nach Einführung der Beikost empfohlen. Allerdings liegen die Stillquoten in Deutschland seit Jahren bestenfalls im europäischen Mittelfeld, wenngleich einzelne Studien in den letzten 15 Jahren zusammengenommen positive Trends beim Stillen andeuten.

Sind Stillquoten wieder rückläufig? - Anzeichen für Trendwende lösen bei Wissenschaftlern Besorgnis aus

(c) Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund (FKE)

Neue Studienergebnisse des zur Universität Bonn gehörenden Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE) in Dortmund lösen nun Fragen und Besorgnis aus: sowohl beim Stillbeginn als auch bei der Stilldauer scheint sich eine Umkehr der positiven Entwicklung abzuzeichnen.

Aktuelle Daten zum Stillen, die im Rahmen von zwei Studien zur Säuglingsernährung ermittelt wurden, deuten an, dass der Trend zum Stillen in Deutschland wieder rückläufig ist. Im Rahmen der BMBF geförderten PINGU- Studie* wurde 2010 bei einer bundesweiten Online-Befragung von 986 Müttern mit Kindern im Alter von 5 bis 36 Monaten unter anderem das Stillverhalten beim jüngsten Kind ermittelt. In dieser repräsentativen Stichprobe, haben 78% der befragten Mütter begonnen zu stillen, davon haben innerhalb der ersten 4 Monate 56% voll gestillt.

Bei der zweiten sogenannten DONALD-Studie Studie (DOrtmund Nutritional and Anthropometric Longitudinally Designed) zeigten sich negative Trends bei der Stilldauer. In einer Auswertung der Stilldaten von ca. 344 Kindern aus den Jahren 2001-2012 lag der Anteil der mit 4 Monaten voll gestillten Kinder ähnlich wie bundesweit bei 60%. Allerdings gab es einen negativen Trend: „Für Kinder, die in den Jahren 2008-2012 geboren wurden, war die Wahrscheinlichkeit, nicht 4 Monate voll gestillt zu werden etwa dreimal höher als noch bei 2001-2003 geborenen Kindern“, so Dr. Ute Alexy, Institut für Ernährungs- und Lebenswissenschaften der Universität Bonn. „Im Gegensatz zur PINGU-Studie sind hier eher Familien mit hohem Sozialstatus vertreten, in denen normalerweise häufiger und länger gestillt wird als in Familien mit einem geringeren Bildungsstatus und Einkommen“, kommentiert Doktorandin Kristina Foterek, Institut für Ernährungs- und Lebenswissenschaften der Universität.

Zielgerichtete Stillförderung wichtig

„Die Lösung für echte Trendanalysen wäre ein bundesweites Stillmonitoring, wie z.B. in Schweden, da ein solches systematisches Beobachtungssystem geeignet ist, die Entwicklung des Stillens in Deutschland mit der Zeit bundesweit zu beobachten“, so Prof. Dr. Mathilde Kersting vom FKE. Zudem könnten auch mögliche Ursachen und Einflussfaktoren auf das Stillverhalten untersucht werden, z.B. inwieweit die zunehmend propagierte frühe Rückkehr von Müttern in das Berufsleben die Bereitschaft zum Stillen beeinflusst. „Diese Daten könnten helfen, die Stillförderung besser an die heutigen Bedürfnisse von Familien anzupassen“, erklärt Prof. Kersting.

Das FKE in Dortmund betreibt Anwendungsforschung zur Förderung der präventiven Ernährung von Anfang an.

Die DONALD-Studie (DOrtmund Nutritional and Anthropometric Longitudinally Designed) gehört seit 2012 als universitäre Außenstelle zum Fachbereich Ernährungsepidemiologie des Instituts für Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften (IEL) der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und wird vom Land NRW finanziert. Sie befasst sich mit Ernährung, Stoffwechsel, Wachstum und Entwicklung von gesunden Säuglingen, Kindern und Jugendlichen.

Kontakt:

Prof. Dr. Mathilde Kersting
Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund
Research Institute of Child Nutrition
Institut an der Universität Bonn
Telefon: 0231/79221018
E-Mail: [Email protection active, please enable JavaScript.] 

 

 

*PINGU beschäftigt sich mit der Fettsäureoptimierung der Beikost im 2. Lebenshalbjahr.

 

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